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„halle an der saale weit hinter sich gelassen und den kurzen, steilen anstieg nach salzmünde passiert, begrüßt am nordwestlichen nahen horizont der fienstedter kirchturm über die hochebene den reisenden. magnetisch anziehend folgt er nun den krummen weg durch feld und wild - findet sich wieder zwischen hohen bruchsteinmauern, die sich am dorfanger weiten, weichend den hohen, mystischen pappelringen. einzigartiges fienstedt.“
und hier befindet sich der fienhof.
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„bald hinter gödewitz wird das tal des fienstedter bächleins flacher, doch furcht es noch deutlich das gesicht der weiten, schier unbegrenzten ebene. wir sind im lande des mansfelder weizens und der saalgerste, die recht eigentlich eine mansfelder gerste ist, für die sich jener handelsname eingebürgert hat.
In dem milden, tiefen lößboden wächst und gedeiht das blonde, langgrannige korn der germanen, und wenn die kühnen deutungen des chronisten zu recht bestünden, so möchte fienstedt, dessen trauliches dorfbild sich nun zur gänze darbietet, wohl die feine stätte heißen, die es in wahrheit auch ist.
die fluren zwischen gödewitz und fienstedt heißen: der heringsrücken und - jenseits des baches - die kuhleitsch-stücke. wir denken dabei an den ortsnamen quillschina. fienstedt ist eine quellsiedlung; mitten auf dem dorfplatz entspringt, früher stärker als heute, das wässerlein, das auch kuhleitsch- oder koletschbach genannt wird. es nimmt aber noch im weichbild des dorfes zwei rinnsale auf; das eine entspringt in einem kleinen hain, dort, wo die wilser straße den ort verläßt, das andere ein wenig südlicher in der pfingstwiese. zwischen beiden erhebt sich, ein flacher hügel, der hopfenberg. sein name bedarf keiner erklärung; auf diesem fruchtbaren fleck zwischen feuchten, in der kühle von morgen und abend leicht nebelnden gründen gedieh einst die bierrebe.
eine zier der nächsten umgebung fienstedts sind die wundervollen baumgruppen, meist pappelhaine; sie sind für den wasserhaushalt jener flurteile von großer bedeutung. die mulde des kuhleitschbaches ist noch jenseits, also westlich des dorfes in den feldern zu verfolgen, und ihr letzter ausläufer heißt das zörnitzer tal. sie ist nebst ihren verzweigungen in den löß gerissen, und auf den stehengebliebenen horsten bauen sich die höfe fienstedts auf; vom anger und dorfplatz gesehen, wirken sie, die noch manchen baulichen rest aus älterer zeit enthalten: grundgemäuer, durchfahrten, stützpfeiler usw., wie kleine festungen.
mittelpunkt der siedlung ist bis heute der quell, daneben der dorfteich und die beiden zwölf-pappel-kreise, die die bauernsteine einschließen. der kräftige turm der stephanskirche beherrscht das wirklich vielgestaltige bild dieses platzes, der seinesgleichen sucht in den dörfern des landes. auf ihn schauen die stattlichsten bauernhöfe des dorfes, darunter der alte boltzesche stammhof, heute hof carl friedrich wentzels, des sohnes von carl wentzel in teutschenthal.“
[aus: erich neuß, wanderungen durch die grafschaft mansfeld, 1938]
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... und wer will zurück in die stadt?/ >>
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