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die himmelfahrtsscheune von fienstedt und der bierhügel bei salzmünde
aufgeschrieben von hans joachim schramm
in fienstedt feierte man zu himmelfahrt ein fest. in einer eigens hergerichteten scheune, der "himmelfahrtsscheune", wurden sieben eimer bier getrunken und bis in die nachtstunden musiziert und getanzt. dieser brauch ist auf folgende begebenheit zurückzuführen:

eine königin mit namen elisabeth kam vor ca. 700 jahren nach fienstedt. die einwohner bereiteten ihr einen würdigen empfang und stellten zur erfrischung für sie und ihr gefolge sieben eimer bier bereit. darüber war die königin hocherfreut und erließ daraufhin den bauern von fienstedt für alle zeit die steuern. jedoch müßten sie aljährlich am himmelfahrtstag ihr zu ehren ein großes fest ausrichten und sieben eimer bier trinken. sollte dieser brauch aber einst nicht mehr gepflegt werden, seien sie verpflichtet, der obrigkeit den zehnten teil ihres einkommens, ein schwarzes rind mit weißer blässe, einen ziegenbock mit vergoldeten hörnern und ein vierspänniges fuhrwerk voll mit semmeln zu entrichten.

dieser brauch war noch in krimpe, gorsleben, zörnitz und gödewitz bekannt. in gödewitz wurde aber keine "himmelfahrtsscheune" hergerichtet. man feierte auf einem hügel bei salzmünde, der noch heute "bierhügel" genannt wird.


elisabeth – die heilige
die salzmünder erzählen die geschichte wie folgt:
1222: elisabeth, die heilige, gattin des pfalzgrafen ludwig, war auf der heimreise zur wartburg und kam dabei durch salzmünde. die untertanen von gödewitz und den umliegenden dörfern huldigten elisabeth. in anerkennung dafür befreite sie die dörfer vom abgabezehnt. alljährlich, zur erinnerung an die fürstliche vergünstigung, sollen die bauern und gutsherren der reihe nach zum himmelfahrtstag eine tonne bier geben. auf dem nahe gelegenen hügel, auf dem die dingstätte war, sollten die anwesenden den trunk zu sich nehmen. seit dem hat sich nun der name "bierhügel" für diesen standort erhalten.

bemerkung: die erste erwähnung fienstedts war genau in diesem Jahr:
1222 finegestad –
m u s s t e . e r s t . v i e l . b i e r . f l i e s s en ? ? ?
(und vielleicht doch besser: bieregestad)


sage vom bierhügelfest
die geschichte von elisabeth aus mansfeld
der graf von mansfeld verstieß seine gemahlin, da er glaubte, sie habe die eheliche treue verletzt.

auf Ihrer irrfahrt durch das land fand sie freundliche aufnahme in der gegend der dörfer gödewitz, fienstedt, gorsleben, zörnitz, krimpe und salzmünde. hier bleibt sie, unerkannt, hilfreich zur hand gehend wie eine gute fee, überall beliebt und verehrt.

endlich kam der frühling ins land und am himmelfahrtstag zog sie mit den bewohnern der umliegenden orte "hinauf auf den berg, um von dort den aufgang der lieben sonne zu erleben". in dieser zeit war der graf unterwegs um seine gemahlin zu suchen, da er ihre unschuld erkannt hatte. auf einmal vernahm sie rossgestampf und waffenklirren. vor ihr steht der zurückgekehrte gemahl und im augenblick liegen sich beide in den armen.

der landgraf aber bestimmte: das andenken aus diesem wiedersehen nach langer trennung sollte ewiglich erhalten bleiben und durch ein fröhliches fest gefeiert werden, und zwar sollten an jedem himmelfahrtstage die vom zehnten befreiten dörfer " aus der brauerei in mansfeld auf kosten des edelmannes" einige tonnen bier zum gemeinschaftlichen trunke erhalten. kein fremder, der des weges komme, sei daran ausgeschlossen.

eine bedingung knüpfte der "ritter", der landgraf daran: weigerten sich die bauern einmal, das fest wie verordnet zu begehen, dann würden sie fortan wieder verpflichtet sein, den zehnten zu geben, soweit ihre marke reiche, ferner ein schwarzes rind mit weißen füßen, einen schock Semmeln und eine tonne mückenfett.

der sage nach geschah dies im jahre 1222. seitdem trägt diese stätte den namen "bierhügel"!

[ www.saalkreis.de/bierhuegelfest/pages/sage.html]


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