Pfarrerskinder und andere Persönlichkeiten aus Fienstedt Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind heute noch drei Fienstedter durch ihr literarisches Wirken bekannt.
Susanna Elisabeth Zeidler *16.03.1657 Fienstedt
† um 1706 Susanna Elisabeth Zeidler wurde am 16.03.1657 in Fienstedt geboren und starb um 1706. Sie war das drittes Kind des Pfarrers Gottfried Zeidler und seiner Frau Margarethe. Die Erziehung der Dorfpfarrerstochter beschränkte sich auf die Geisteswissenschaften; sie erwarb sich umfangreiche Kenntnisse der Literatur, Religion und der deutschen und klassischen Geschichte. Möglicherweise sprach sie ebenso wie ihre Schwester Regina auch französisch. Daß sich Susanna Elisabeth Zeidler schon in der Kindheit für Dichtung interessiert hat, erzählt sie im Vorwort ihrer Gedichtsammlung.
Am 22. April 1684 heiratete sie den neu ernannten Pfarrer von Detershagen und Schermen, Andreas Haldensleben. Aus Anlaß dieser Heirat veröffentlichte ihr Bruder, der Pastor und satirische Schriftsteller Johann Gottfried Zeidler (1655-1711), ihre Gedichte, die 1686 unter dem Titel „Jungferlicher Zeitvertreiber“ erschienen. Das Sterbedatum der Dichterin ist unbekannt, wahrscheinlich um 1706, da Andreas Haldensleben 1708 zum zweiten Mal heiratete.
Quelle: Cornelia Niekus Moore: Susanna Elisabeth Zeidler (1657-1706), Leben und literarisches Wirken einer Dichterin am Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Werke:
Jungferlicher Zeitvertreiber. Das ist Allerhand Deudsche Gedichte Bey Häusslicher Arbeit und stiller Einsamkeit verfertiget und zusammengetragen von Susannen Elisabeth Zeidlerin. 1686
Johann Gottfried Zeidler auch: Zeitler
* 11. April 1655 in Fienstedt
† 1711 in Halle (Saale)
war ein deutscher evangelischer Theologe und satirischer Schriftsteller Der Sohn des Pastors Gottfried Zeidler studierte an der Universität Jena und nahm dann eine Stelle in Franken an. Da er weiterstudieren wollte, ging er an die Universität Leipzig, wo er Privatvorlesungen über Mathematik hielt. Ebenso zog es ihn nach Wittenberg, wo er mit der Dichterkrone ausgezeichnet wurde als Poeta Laurus. In Wittenberg hatte er sich einem theologischen Studium gewidmet und entwickelte während dieser Zeit einen wachsenden Widerwillen gegen die Schulphilosophie und den Klerikalismus der damaligen Zeit. Nachdem er in Leipzig ordiniert worden war, stand er 1679 seinem Vater zur Seite, der seine Tätigkeit aufgrund seiner Erblindung nur noch eingeschränkt versehen konnte. Nach dem Tod seines Vaters gab er seinen theologischen Beruf auf und zog mit seinen Kindern nach Halle. Dort betätigte er sich als satirischer Schriftsteller, wobei er unter anderem auch die Geistlichkeit angriff. Er wurde Auktionator an der Universität Halle und verstarb mit 50 Jahren.
Vor allem in Halle war Zeidler zu einem bedeuteten Satiriker seiner Zeit mutiert. Hatte er zunächst sein Bilderbuch „biblischen Figuren / In deutlichen Reimen erklärt“ und ein „Theatrum Eruditorum“, das eine Galerie von Gelehrten mit Porträtkupferstichen zeigt, veröffentlicht, kam er während des freundschaftlichen Kontakts mit Thomasius Vorlesungsschriften zu der Veröffentlichung der „Dreyfache Rettung des Rechts Evangelischer Fürsten in Kirchen-Sachen“, worin er vor allem die Geistlichen satirisch angriff. Ihr folgte 1703 eine Übertragung einer Dissertation gegen das Hexenwesen, daneben verdeutschte er die Standardwerke zum Natur- und Kirchenrecht. Seine Satiren setzen sich in „Das verdeckte und entdeckte Carneval“ sowie in der Philosophiesatire „Dier … Metaphysik oder Über-Naturlehre“ fort, dem sich viele Werke anschlossen.
Quelle: wikipedia
Werke:
Pantomysterium oder Das Neuste vom Jahre der Wünschelruthe, Halle, Johann Gottfried Renger 1700
Sieben böse Geister, welche heutigen Tages guten Teils die Küster oder sogenannte Dorff-Schulmeister regieren, Braunschweig und Leipzig 1700,
Gnosologia oder Allwisserey, die Noologia oder Vorsteherey, die Fiscologia, die Physika und die Ethika, um 1700 in HalleNeudruck Zschopau 1880, Leipzig 1892
Neun Priester-Teuffel, Halle 1701
ABC Buch Schlüssel zur Lesekunst, Halle 1701
Bilder-Bibel.[Neu-ausgefertigte Bilder-Bibel, darinnen Die denckwürdigsten Historien Heiliger Schrifft in vielen anmuthigen und künstlichen Biblischen Figuren vorgestellet. Zur Anweisung der lieben Jugend zum andern mahl herausgegeben]. Magdeburg, Johann Daniel Müller, 1701
Mit einem umfangreichen Vorwort von Zeidler zu wichtigen Bilderbibeln des 16. Jahrhunderts und den didaktischen Vorteilen einer Bilderbibel.
Staat der Grafen von Mansfeld und Hanau, Braunschweig 1703
Buchbinder-Philosophie Oder Einleitung In die Buchbinder Kunst / Darinnen dieselbe aus dem Buch der Natur und eigener Erfahrung Philosophisch abgehandelt wird / Mit sonderbahren Anmerckungen Zweyer wohlerfahrner Buchbinder und zugehörigen Kupffern. Halle, Rengert 1708
Reprint Hannover 1978
Karl Heinrich Jördens * 24. April 1757 in der Grafschaft Fienstedt im Mansfeldischen
† 6. Dezember 1835
war ein deutscher Literaturhistoriker Jördens studierte in Halle (Saale) Theologie und Philologie und wurde 1778 Lehrer in Berlin, wo er mehrere griechische und römische Klassiker edierte. 1792 wurde er Inspektor zu Bunzlau und 1796 Rektor des Lyceums in Lauban. 1825 wurde Jördens in Ruhestand versetzt. Sein „Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten“ (Leipz. 1806-11, 6 Bde.) wird besonders in Bezug auf die bibliographischen Notizen geschätzt.
Quelle: Wikipedia
Werke:
Blumenlese deutscher Sinngedichte, Berlin, Verlag der Königlichen Realschulbuchhandlung 1789
Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten. 6 Bde. Leipzig, Weidmannsche 1806-11.
Ausgabe Leipzig 1906, Reprint Hildesheim 1970
Denkwürdigkeiten, Charakterzüge und Anekdoten aus dem Leben der vorzüglichsten deutschen Dichter. 2 Bde. Leipzig, Paul Gotthelf Kummer 1812.
Horazens Oden und Epoden. Görlitz, Christian Gotthelf Anton, 1815