Auf der höchsten Erhebung des Ortes liegt die barocke Dorfkirche von Fienstedt. Es handelt sich um eine vollständig erhaltene und qualitativ hochstehende Schöpfung ländlicher Barockkunst. Der einschiffige Saalbau mit einem dreiseitigen Ostabschluss wird von einem quadratischen Westturm ergänzt, der im Obergeschoss in einen achteckigen Grundriss übergeht und von einer Haube bekrönt wird. Der Turmunterbau verweist auf einen spätgotischen Vorgängerbau, der erstmals 1662-1663 und zwischen 1732-1740 nochmals barock umgebaut wurde. Der Innenraum wird im wesentlichen durch eine im Norden und Süden zweigeschossige und im Westen vorschwingende Hufeisenempore bestimmt. Die Empore wird durch toskanische Säulen getragen, die Brüstungsfelder sind reich geschmückt. Der Kanzelaltar, das Taufgestell und ein vollständig erhaltenes Bankgestühl ergänzen die Ausstattung. Das Muldengewölbe des Kirchensaals ist stuckiert. Im Zuge der Turmsanierung wurde die Fachwerkkonstruktion der Turmhaube, die einzelnen Turmetagen und der Glockenstuhl erneuert bzw. instandgesetzt und das undichte Dach beseitigt. Der gesamte Turm wurde neu verputzt und gestrichen. Im März 1999 war das Natursteintraufgesims ausgebessert, die Sandsteinteile der Fassade ergänzt und ein Dachentwässungssystem angelegt worden. Am Dachstuhl waren umfangreiche Reparaturen nötig. Die Gemeinde engagiert sich nach dem ersten sichtbaren Erfolg der Turmsanierung durch erhebliche Eigenleistungen - Schachtarbeiten, Beräumung, Entsorgung etc. - und will nun auch den Innenputz und die wertvolle, geschlossen erhaltene Barockausstattung wiederherstellen. Nach 30-jähriger Unterbrechung hat die Gemeinde 1998 erstmals wieder den Heiligabendgottesdienst unter einem sicheren Kirchendach erlebt. Am 30. Mai 2000 konnte die Kirche mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht werden.
[Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz]