| vom weine und kot, feine und ende |
| versuch einer verbalen annäherung an fienstedt |
 |
|
|
 |
|
1222 finegestad
1288 vinstede
1505 finstede
1... heißt “weinstätte“ und deutet auf den weinanbau an den saalehängen hin, wie auch die reben im ortswappen und die erwähnung des hl.urban, dem schutzpatrons des weinbaus, auf der kirchenglocke.
2... enthält wohl nicht den sehr seltenen personennamen fin, sondern entweder das ahd. fennîg (kotig, morastig) von fenna und fennî nld. veen (kot, sumpf, morast) oder dieses letztere selbst und bedeutet demnach: wohnstätte im veen oder moraste, eine bezeichnung, die die vorauszusetzende beschaffenheit des bodens in der urzeit wahrscheinlich macht.
[aus: bau- und kunstdenkmäler des mansfelder seekreises von grössler und brinkmann, 1895]
3...von der "feinen stätte" hörten wir schon, und es ist glaubhaft, daß das dorf den bewohnern der wendenweiler zedewitz, plossa, zeperkau und wie sie sonst in der saaleaue verstreut lagen, als die bessere stätte erschien, in die sie schließlich vor den hochfluten und den sumpfmücken flüchteten.
[aus: wanderungen durch die grafschaft mansfeld, neuß, 1938]
4... spangenberg fabelt von einem "deutsch-gotischen" volk der finnen, dem fienstedt (wie auch das finnegebirge) seinen namen verdanke; das sei ihm verziehen, weil er, vielleicht auf grund uralter, damals noch lebendiger Überlieferung hinzufügt, es seien von den "finnen", "viel mit den thüringern aus der cimbrica chersoneso oder juythland in diese landart diesseits der eIbe und den hartz kommen und im fortreisen ihres namens gedächrnis je bisweilen an etlichen Örtern gelassen."
[aus: wanderungen durch die grafschaft mansfeld, neuß, 1938]
5... eine weitere interpretation steuerte jüngst der zappendorfer künstler till brömme bei. für ihn steht fien auch für fin, das ende – und so kann fienstedt auch zur “endstation“ werden...
|
|