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pfarrers=kinder und sandstein=auf/geschichte/tes
... das historische:


„der achtsame wanderer, der vom höhensaum der pfützthaler und fienstedter saalberge seine blicke hin und wieder von der ferne, von dem reich angebauten saalkreiser land, vom blauen duftschatten des all beherrschenden lauter- oder petersberges auf die weiten pläne in der aue lenkt, bemerkt, zumal im frühjahr, wenn der sonnenball auf steigender bahn die gepflügten und geeggten fluren abtrocknet, stellen, die dem auge heller scheinen, als der umliegende acker, die eher begehbar sind, aber besät und bewachsen sich durch ein dürftigeres fortkommen von kraut und halm deutlich hervorheben. das sind die letzten siedelspuren der wendischen weiler, die hier zwischen wiesen, werdern, zwischen wasser und weidicht einige, manchmal mehrere jahrhunderte hindurch einen schließlich vergeblichen daseinskampf führten. sie waren nicht gering an zahl, aber arm an volk und nur wenig höfe umfassend, alle verschwanden sie - bis auf die günstig gelegenen dörfer zaschwirz und trebitz, die es aber auch nie zu besonderer bedeutung brachten.

von unserer raststätte an der die sonnenwärme widerstrahlenden mauer eines der bergkeller übersehen wir das alte siedelland, das kaum noch seinen früheren zustand ahnen läßt.“
[aus: erich neuß, wanderungen durch die grafschaft mansfeld, 1938]


1222 finegestad
1288 vinstede
1505 finstede


bis 1562 war fienstedt ein alter gerichtshauptort, in dem die grafen von mansfeld viermal jährlich rügegericht abgehalten haben

zeugnis dieser bäuerlichen rechtspflege waren die bis in die vierziger jahre noch vorhandenen bauernsteine sowie zwei pappelringe auf dem dorfplatz.


"die fienstedt eigentümliche bäuerliche struktur ist wohl noch erkennbar, aber nicht so deutlich wie noch vor hundert jahren: 13 vollspänner, aber nur 1 halbspänner; nur 3 große, aber 11 kleine kossaten. die 13 vollspänner - das ist der kern der alten germanischen, der thüringischen siedlung; die 11 kleinen kossaten aber die neuanbauer, die die sorbischen, immer wieder überfluteten sumpfnester in der saaleaue aufgaben, um auf die hochfläche zu ziehen. ein wunder, daß pfützthal aus diesem grunde nicht auch wüst ward. natürlich bedeutet das für die zeit, aus der jene zahlen überliefert sind (1780), kein urteil über ethnische verhältnisse. die uns zahlreich aus dem Jahre 1558 überlieferten namen der eingesessenen familien lassen keine spur slawischer färbung mehr erkennen. durch die hinzunahme einer reihe von wüstungen ward auch die flur weiträumig bis auf 2450 morgen acker und 86 morgen wiesen, und fienstedt, das in alter zeit die saale nicht zur grenze seiner gemarkung hatte, gewann sie von döblitz bis mücheln. hierzu kommen noch 10 morgen holzung - die untere brenau bei zörnitz. doch die weinberge nennt der magdeburgische topograph von 1780 nicht mehr, obschon die weinstöcke neben der linde im dorfsiegel und die nennung des hl. urban, des schutzherrn des weinbaus, auf der größten und ältesten glocke, daran erinnern, daß auch fienstedts bauern einst rebbau trieben. nordöstlich des dorfes liegt das weinbergsfeld, hier an den talhängen werden wir die einstigen fienstedter weinberge zu suchen haben.
[aus: erich neuß, wanderungen durch die grafschaft mansfeld, 1938]



1734 kurbrandenburg erläßt das "auflassungspatent", welches das freie schürfen nach bodenschätzen erlaubt. es finden sich bergwerke auch bei fienstedt

am 22. mai 1896 nahm die halle-hettstedter-eisenbahn ihren betrieb auf, sie verkehrte bis in die sechziger jahre [>>hhe]

1937 wird die winterlinde des ortes als einzeldenkmal unter schutz gestellt

bis 1950 gehörte fienstedt zum mansfelder seekreis

1952 Bildung einer der ersten LPG in der DDR in Fienstedt unter dem Vorsitz von Alex Müller mit Musterstatut Typ III


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